Rukwied warnt vor Strukturbruch in der deutschen Schweinehaltung

Rasche Maßnahmen zur Abwendung eines weiteren Strukturbruchs in der Schweinehaltung hat der Deutsche Bauernverband (DBV) angemahnt. "Unsere Schweinhalter erleben derzeit die größte Krise seit Jahrzehnten", erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied vor dem heutigen Krisentreffen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner mit ihren Amtskollegen aus den Ländern zur prekären Lage am Schweinemarkt. Die Schlachtkapazitäten sind Rukwied zufolge weiter knapp, der Stau in den Ställen dadurch unverändert groß und das Preisniveau für die Schweinebauern ruinös.
In den vergangenen zehn Jahren habe nahezu die Hälfte aller Schweinehalter den Betrieb eingestellt, erinnerte der DBV-Präsident. Diese Entwicklung dürfe sich nicht fortsetzen. "Wenn wir weiter Schweinefleisch aus Deutschland auf dem Tisch haben wollen, dann brauchen unsere Schweinehalter jetzt ein klares Signal, dass Schweinehaltung in Deutschland weiterhin gewünscht ist. Allein können die Bauern diese Krise nicht schultern", so Rukwied.

Klöckner will mit ihren Länderkollegen bei dem Krisentreffen heute Vormittag unter anderen über mögliche Beihilfen zur Privaten Lagerhaltung (PLH) sprechen. Damit die PLH eine marktstabilisierende Wirkung entfaltet, kommt es der Ministerin zufolge auf das richtige Timing des Markteingriffs an. Diskutieren wollen die Ressortchefs bei ihrer Videoschalte außerdem über eine mögliche finanzielle Förderung des Ausstiegs aus der Sauenhaltung. Ein solches Programm zur Bestandsreduzierung stellt aus Sicht Klöckners allerdings eine einschneidende Strukturmaßnahme dar. Sie warnt in diesem Zusammenhang vor einer stärkeren Konzentration der Tierhaltung und einem weiter rückläufigen Selbstversorgungsgrad. AgE


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